Azidose

Wie lässt sich eine Übersäuerung des Stoffwechsels vermeiden?

Azidose ist eine Stoffwechselerkrankung bei Monogastriern und Wiederkäuern. Sie tritt in Verbindung mit energiereicher und rasch fermentierbarer Nahrung auf, die die Tendenz hat, den pH-Wert (im Pansen von Wiederkäuern und im Blut von Monogastriern) zu senken und die Mastleistung zu verringern. Dieses Phänomen lässt sich durch die Verwendung von Natriumbicarbonat begrenzen.

Azidose bei Kühen

Azidose ist bei Milchkühen eine häufige Erkrankung, besonders in ihrer subklinischen Form. Hierzu kommt es, wenn der pH-Wert im Pansen unter den Normalwert (6-6,8) fällt. Die Ursachen sind meist zu hohe Gaben von Kraftfutter und zu wenig Futterstruktur. Für eine hohe Milchleistung ist eine energiereiche und schnell fermentierbare Nahrung auch durchaus notwendig, um den Körper schnell mit den Nährstoffen zu versorgen, die er für die Milchproduktion braucht. Unter normalen Bedingungen wandelt die Bakterienflora im Pansen die im Futter enthaltene Energie in flüchtige Fettsäuren um, die dann über die Papillaren des Pansens aufgenommen werden. Normalerweise wird der Pansen-pH durch den Speichelfluss und den darin enthaltenen Bicarbonaten reguliert. Jedoch werden bei der Verfütterung energiereicher und hoch fermentierbarer Futterrationen (Verwendung von vermehrt Kraftfutter) Fettsäuren schneller erzeugt als sie absorbiert werden können. Dies führt zur Übersäuerung des Pansens. Außerdem regen Futterrationen, die wenig Rohfaser enthalten, das Wiederkäuen und den Speichelfluss nicht ausreichend an, so dass die Kuh den normalen pH-Wert im Pansen nicht aufrecht erhalten kann. Infolgedessen entwickelt die Kuh eine subklinische Azidose.

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Wie lässt sich eine subklinische Azidose erkennen, wenn die Tiere auf die Weide getrieben werden?

Zu einer subklinischen Azidose kommt es recht oft, wenn Nutzvieh auf die Weide getrieben wird, und es ist ein schwer zu erkennender Befund. Hier einige Anzeichen, die bei der Erkennung einer Azidose bei Tieren helfen:
  • Ein verringerter Fettgehalt ist das erste Warnsignal.
  • Die Kühe hinken und leiden an Klauenfäule.
  • Sie trinken Urin (Pica-Syndrom), womit sie versuchen, den pH-Wert im Pansen zu puffern.
  • Milchproduktion und Fettgehalt nehmen ab.
  • Der Dung ist weich, gelblich und weist auf eine unvollständige Verdauung hin (unverdaute Fasern).

Pufferleistung

Die Ausbildung einer Azidose kann durch eine Anpassung des Futters vermieden werden. Natriumbicarbonat ermöglicht es, den pH-Wert im Pansen zu puffern und die Sicherheit energiereicher Futterrationen zu gewährleisten. 

 

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